Die Rolle von Bilirubin bei der Entwicklung und Prävention altersbedingter chronischer Erkrankungen

Apr 26, 2024 Eine Nachricht hinterlassen

Bilirubin, das wichtigste Tetrapyrrol, Gallenfarbstoff und Katabolit des Häms, ist ein neuer Biomarker für Krankheitsresistenz, der möglicherweise mit mehreren kürzlich dokumentierten biologischen Funktionen in Zusammenhang steht. Ursprünglich glaubte man, Bilirubin sei für Säuglinge giftig, doch die Wahrnehmung von Bilirubin hat sich gewandelt: Heute gilt es als Molekül, das die Gesundheit von Erwachsenen fördern kann. Daten aus dem letzten Jahrzehnt zeigen, dass leicht erhöhte Serumbilirubinwerte stark mit einer geringeren Prävalenz chronischer Krankheiten, insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVDs), sowie mit CVD-bedingter Mortalität und Risikofaktoren verbunden sind. Neuere Daten bringen Bilirubin auch mit anderen chronischen Krankheiten, darunter Krebs und Diabetes mellitus Typ 2, sowie mit der Gesamtmortalität in Verbindung. Daher gibt es Hinweise darauf, dass Bilirubin ein Biomarker für eine geringere Prävalenz chronischer Krankheiten und ein Prädiktor der Gesamtmortalität ist, was von großer klinischer Bedeutung ist. In der vorliegenden Übersicht werden detaillierte Informationen zum Zusammenhang zwischen Bilirubin und der Gesamtmortalität sowie zu den pathologischen Zuständen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen bereitgestellt. Der mechanistische Hintergrund dazu, wie Bilirubin und sein Stoffwechsel die Krankheitsprävention beeinflussen können, und seine klinische Relevanz werden ebenfalls erörtert. Da die Suche nach neuen Biomarkern für diese Krankheiten sowie nach neuen Therapieformen ein wichtiges Forschungsziel für die nahe Zukunft ist, stellt Bilirubin einen vielversprechenden Kandidaten dar, der die Kriterien eines Biomarkers erfüllt und in der klinischen Praxis als Molekül, das möglicherweise Einblicke in die Krankheitsresistenz bietet, genauer betrachtet werden sollte. Es ist jedoch klar, dass umfassendere molekulare Erkenntnisse erforderlich sind, um die Schlussfolgerung zu untermauern und zu stärken, dass Bilirubin Krankheiten vorbeugen kann, und es werden auch zukünftige Forschungsrichtungen vorgeschlagen.